Erkrankte Blaumeise. Bild: Otto Schäfer

Für den Menschen als ungefährlich eingestuft, für Meisen aber meist tödlich hat sich das Bakterium Suttonella ornithocola als Verursacher herausgestellt. Dies wurde von mehreren Ämtern unabhängig voneinander bestätigt.

Bei infizierten Vögel verursacht die Erkrankung eine Lungenentzündung mit meist tödlichem Ausgang. Suttonella ornithocola betrifft fast ausschließlich Meisenarten, dabei vor allem die kleinen Meisenarten, von denen die Blaumeise mit Abstand am häufigsten in deutschen Gärten vorkommt. Mutmaßlich dürften auch die selteneren Arten betroffen sein, wie zum Beispiel die eher auf den Wald beschränkten Tannen- und Haubenmeisen und vermutlich auch Sumpf- und Weidenmeisen. Seltener betroffen sind offensichtlich die größeren Kohlmeisen.

Die Erkrankung ist seit 1996 bekannt und erstmalig in Großbritannien beschrieben worden. Die Krankheit tritt meist im April auf, was die aktuellen Zahlen wohl bestätigen. Bisher wurden dem NABU mehr als 13.800 Fälle gemeldet, die rund 26.000 Vögel betreffen.

In betroffenen Gärten sollten umgehend alle Futter- und Badestellen entfernt werden, damit eine Ansteckung der Vögel untereinander verhindert wird.

Auch weiterhin bittet der NABU um Meldungen von offensichtlich erkranken oder an der Krankheit gestorbenen Vögel zu melden und ggf. Totfunde an die im Link angegebene Adresse einzusenden.
Melde-Formular