Sensenkurs auf Konradsdorf

Sensenkurs auf Konradsdorf

Sensenkurs auf Konradsdorf

Das Kloster Konradsdorf bzw. die Domäne Konradsdorf war Zentrum unseres zweitägigen Sensenkurses. Begrüßt wurden alle Teilnehmer und natürlich unser Sensenlehrer Dr. Ulrich Hampl (Ulli) von unserem 2. Vorsitzenden Udo.

Zunächst stand etwas Therorie auf dem Programm, welche aber schnell von der Praxis des Dengelns abgelöst wurde. Durch das Dengeln wird die Sense geschärft. Unterschiedliche Dengeleisen (Ambosse) wurden in ihrer Verwendung gezeigt. Zunächst konnte sich jeder an einem Kupferstück versuchen und anschließend dann an einem Sensenblatt. Mit der Nagelprobe sollte jeder kontrollieren, ob die Schneide auch scharf genug wird. Denn mit eben diesen Sensenblättern sollte jeder am Samstag mähen. So ertönte über fast zwei Stunden lang ein ständiges Ping-Ping-Ping im Hof von Konradsdorf. Jeder war eifrig dabei sein Sensenblatt so scharf wie möglich zu bekommen.

Unter den wachsamen Augen und korrigierenden Eingriffen von Ulli ist es wohl auch jedem gelungen. 

Dann ging es daran herauszufinden welcher Sensenbaum, auch Worb genannt, zu welcher Körpergröße passt. Griff und Sensenblatt wurden passend für jeden Teilnehmer eingestellt. Ein notwendiger Schritt, damit am kommenden Tag auch jeder “den Bogen raus hat”.

Zum Abschluss des ersten Kurstages gab es dann noch in der Scheune ein wenig über die Geschichte der Sense zu erfahren und ein kurzer Film über das Sensen wurde gezeigt. 

Gegen 21:30 Uhr war dann für diesen Tag Feierabend.

Und da ja morgens um 7:00 Uhr die Welt noch in Ordnung ist, ging es am Samstag auf die Wiese. Leicht bewölkt aber trocken waren ideale Voraussetzungen nicht ins Schwitzen zu kommen.

Zunächst hat Ulli allen gezeigt wie der Bewegungsablauf beim Sensen ist. Dann hieß es einzeln vortreten und zeigen, dass man den Bogen raus hat. Leichte Korrekturen durch Ulli inbegriffen. Danach startete dann das Sensenballett. Versetzt und mit etwas Abstand zum Vordermann oder auch der Vorderfrau wurden Streifen gemäht. Alle waren hochkonzentriert bei der Sache, was man daran feststellen konnte, dass nur das “Sccchhhhht” der Sense zu hören war. Der Geruch von frisch geschnittenem Gras breitete sich aus und die “Mäh”ditation setze ein. Schritt für Schritt fielen die Halme. Doch auch Grashalme schaffen es die Scheide irgendwann stumpf zu machen. Es musste also gewetzt werden. Das war dann auch der nächste Punkt im Kursprogramm.  Mit frisch geschärfter Sense machten sich danach alle wieder an die Arbeit. Gegen 9:00 Uhr hieß es dann erst einmal Mäh-Vesper im kleinen Biergarten vom Hofladen Kleeblatt. Vielleicht war der Eine oder Andere ja froh über die Pause. Angemerkt hat man es aber niemanden.

Weiter ging es dann auf der Streuobstwiese, wo hohes Gras um die Bäume herum gemäht werden sollte. Wie das zu bewerkstelligen ist hat Ulli der Sensenlehrer eindrücklich vorgeführt. Gegen den Uhrzeigersinn kurze Drehbewegungen erfüllen hier ihren Zweck. Es standen genügend Bäume zur Verfügung um das zuvor gezeigte dann in die Tat umzusetzen. Zwischendurch wurde noch so manches Sensenblatt noch einmal gedengelt und damit geschärft.

Und wenn es am Schönsten ist dann sollte man aufhören. So auch dieser Sensenkurs. Man darf wohl zu Recht behaupten, dass alle Kursteilnehmer viel gelernt haben. Auch die, die schon mal eine Sense in der Hand gahabt hatten.

Es hieß Abschied nehmen und vielleicht trifft man sich noch mal zu einem gemeinsamen Mähen mit der Sense und tauscht die bis dahin gemachten Erfahrungen aus.

Dankesworte

Wir danken allen Teilnehmern für das gezeigte Interesse, hoffen der Kurs hat den Erwartungen entsprochen und das Gelernte wird fleißig in die Praxis umgesetzt.
Unserem Sensenlehrer Ulli danken wir für seine lockere Art den Lehrstoff an die Frau und den Mann zu bringen und wünschen ihm eine gute Heimreise in den Süden der Republik.
Danke auch für die Unterstützung durch die Domäne Konradsdorf, dass wir den Hof und die Scheune benutzen konnten und für das Ertragen des 10fachen PingPing vom Dengeln am Freitag.
Ebenso geht unser Dank an Sabine und ihrem Team vom Hofladen Kleeblatt, die uns bestens betreut haben und für das Vertrauen dafür, dass wir ihre Lokalität auch Abends nach Geschäftsschluß noch benutzen konnten.
Ein letzter Dank an Maria und Bernd vom NABU Ortenberg, die uns mit leckeren Speisen an den beiden Tagen versorgt haben.

Damit ist der Sensenkurs 2017 nun auch schon Geschichte und vielleicht gibt es 2018 einen dritten Sensenkurs? Entsprechende Anfragen nehmen wir gerne jetzt schon entgegen.

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